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17.10.14 @ 00:00

FnBB Vereinsmitteilungen in den "energie aus pflanzen" Ausgabe 5/2014

Mitte September fand die dritte Ausgabe der internationalen Konferenz „Progress in Biogas – Biogasproduktion aus landwirtschaftlicher Biomasse und organischen Reststoffen“ statt. Organisatoren warendie IBBK Fachgruppe Biogas – in Kooperation mit der FnBB – und die Universität Hohenheim.


Im Stuttgarter Haus der Wirtschaft kamen etwa 300 Teilnehmer aus aller Welt zusammen


Die Biogastechnik hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, und Deutschland ist auf diesem Gebiet weltweit führend. Hierzulande gibt es rund 7.800 Biogasanlagen und zusätzlich etwa 1.200 Abwasserbehandlungsanlagen, in denen Klärschlamm (zum Teil kombiniert mit flüssigen Reststoffen) anaerob verwertet wird, wobei ebenfalls Biogas entsteht. Im Jahr 2013 erzeugten die deutschen Biogasanlagen mehr als 24.000 Gigawattstunden Strom – das entspricht vier Prozent der elektrischen Energie.

 

Die hierfür erforderliche Erdgasmenge entspräche 20 Prozent der aus Rußland stammenden Importmenge. Außer Strom erzeugen Biogasanlagen auch Wärmeenergie: Zahlreiche Kommunen nutzen diese überschüssige, nicht für den Prozeß nötige Wärme bereits, um energetisch autark zu werden. Aus diesem Grund kann die Biogastechnik als Wirtschaftsmotor für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum bezeichnet werden. Im Rahmen der Konferenz klang allerdings immer wieder an, daß die alternative Energiequelle Biogas noch nachhaltiger und umweltfreundlicher werden muß, wenn sie sich kräftig weiterentwickeln will. Das aber ist in Deutschland schwierig, weil der bisher flotte Anlagenneubau durch das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz seit dem 1. August massiv gebremst wird.

Schädlich für die Biogasbranche war auch die Diskussion, ob Nutzpflanzen nicht eher als Nahrungs- und Futtermittel denn als Energielieferant dienen sollten. Von Umweltschützern angeprangert wird zudem der intensive Maisanbau für Biogasanlagen. Daher wurde auf der Tagung mehrfach betont, daß man sich neben der Biogasproduktion aus Pflanzenmasse verstärkt um die Verwertung organischer Abfälle kümmern müsse.

Ebenfalls wurde im Rahmen der Konferenz deutlich, daß die bedarfsgerechte Biogasverstromung, also die zielgerichtete Einspeisung in das deutsche Stromnetz, in den kommenden Jahren ein für die Branche bestimmendes Thema sein wird. Der hiesige Biogasanlagenbestand könnte aktuell bereits neun Gigawatt flexible Lei stung zur Verfügung stellen und durch diese Systemdienstleistung sowohl den Ausbaubedarf von bestehenden Stromnetzen als auch den Trassenneubau deutlich verringern.







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Fördergesellschaft für nachhaltige Biogas- und Bioenergienutzung e.V.